Ein Wurm namens John…

Ihr Lieben, ich bin immer noch auf der Insel, aber so langsam neigt sich die Zeit dem Ende zu, noch 2 Wochen, dann geht es endgültig weiter nach Siem Reap und Angkor Wat. Muss ja auch noch was sehen von Cambodia;-) Aber wie immer wird es wieder ein schwerer Abschied von meinen Mates hier auf der Insel und dem „Rising Sun“, hatte ich doch eine super Zeit hier! Thanks to Kurdi, Denniz, Timo, my indian friend Medi (loved your Shanti Shanti), my Happy-Cookie-Girl Olga, Aleks, Rado and Cenkay, had such a fun time with you all. And Serhat, my special friend – what should I say, it was fantastic working and living with you. Thanks for everything, I will miss you! And when we see us again (I know, we do), I’ll beat you in Backgammon!

Letzte Woche ist allerdings etwas passiert, auf das ich gerne verzichtet hätte – John trat in mein Leben… Ich saß gemütlich mit Serhat beim Frühstück, als er mich auf einmal fragt: „What´s that at your leg???“ Ich schaute an mir runter und entdeckte etwas, das aussah wie eine lange Krampfader. Mein erster Gedanke war: Scheiße, jetzt holt mich mein Alter doch ein! Allerdings bewegte sich die Krampfader auf einmal… What the f***??? Cenkay, mein Chef, meinte dann nur: „Oh, you have a roundworm!“ Wie bitte??? Ein Roundworm? Ok, ich bin also mit meinem neuen Freund im Bein zur Pharmacy gelaufen und bekam dort mit einem Lächeln again zu hören: „Oh, you have a roundworm!“ Yo, das wußte ich schon, aber was zur Hölle soll ich jetzt mit ihm machen, heiraten und Kinderkriegen oder was? Da ich das aber nicht unbedingt als meine Zukunft sah, bekam ich also sogenannte Worm-Killer-Pills – 3 Tage je eine und der Wurm stirbt und löst sich auf… Am liebsten hätte ich sofort alle auf einmal geschluckt, das könnt ihr mir glauben. Das Gefühl, es lebt etwas in dir, ist nämlich nicht angenehm… Als wäre ich schwanger, nur mit einem Wurm;-) Ok, an alle Mamas – das ist ein Joke!!! Ist natürlich nicht zu vergleichen, es sei denn, ich wäre Sigourney Weaver in „Alien“;-) Um das Gefühl etwas erträglicher zu machen, habe ich meinen neuen Lebensabschnittsgefährten „John“ getauft, mussten wir doch einige Zeit miteinander verbringen. Hab ihm für den 2. Tag dann gleich mal einen Hangover mit zu vielen Mai Thais und Pina Coladas verpasst um ihn ruhig zu stellen. Es kitzelte nämlich etwas, wenn er sich bewegte. Zum Glück war John ein relativ fauler Wurm und ist nur vom Bein (kurz über dem Knöchel) bis auf dem Fußspann gewandert, wo er dann langsam seinen Geist aufgegeben hat. Eigentlich sah er in seiner letzten Ruhestätte sogar relativ dekorativ aus und ich dachte kurz drüber nach, ihn mir dort als Erinnerung tätowieren zu lassen;-) R.I.P. kleiner wurmiger Freund – ich werde dich nicht vermissen!

Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wie er in mich reingekommen ist… Hatte eine kleine Wunde am Fuß, da ist er durch gekommen. Scheint hier relativ normal zu sein, fast jeder hatte schon mal einen. Wer weiß, ist vielleicht ein Insel-Aufnahme-Ritual, das ich somit mit Bravour bestanden habe;-)

Außer John gibt es im Moment nicht wirklich viel zu erzählen. Ach doch, letzte Woche hatte ich 2 Tage frei und habe mir eine Auszeit von unserem quirligen Pier-Village gegönnt. Ich habe mir einen kleinen Bungalow am 4k-Beach gemietet, direkt am Strand. Es war soooo schön, eigenes Zimmer, eigenes Bad und Klopapier. Und eine Ruhe – unbeschreiblich. Nachdem ich mein Reich bezogen hatte, stand auf einmal der Rezeptionist auf meiner Terrasse und meinte, ob ich denn ready for my massage sei. Was? Ja, Überraschung von meinem Chef, hat er als Dankeschön für mich organisiert. Also hat mir kurze Zeit später ein Mini-Khmer das Bikini-Oberteil ausgezogen, sich auf mich gesetzt und angefangen meinen Rücken, Nacken und Schultern mit seinen Händen, Ellenbogen und Knien zu bearbeiten – aua, das war schmerzhaft, aber gleichzeitig sooo gut. Danach gabs noch Dinner und schon war der erste Tag vorbei. Am nächsten Tag hat es leider meistens geregnet, aber das hat mich beim seligen Nichtstun nicht wirklich gestört – ich bin nämlich nur von meiner kleinen Terrasse ins Meer und wieder zurückgewandert und mehr nicht… Am 3. Tag hab ich morgens dann ausgecheckt und mich auf den knapp 4 km langen Rückweg gemacht. Unterwegs habe ich dann meine Bungalow-Nachbarin getroffen und sie ist spontan zum Frühstück mit ins „Rising Sun“ gekommen. Maite, eine supernette Spanierin, war 6 Wochen alleine in Laos und Cambodia unterwegs, Koh Rong Island war ihr Abschluss. Wir haben uns so gut verstanden, dass wir uns gleich für den nächsten Tag wieder verabredet haben und gemeinsam nach meiner Schicht zum Long Beach und zum SokSan-Village gefahren sind, den Abend haben wir dann gemütlich mit Cocktails ausklingen lassen. Leider ist sie am nächsten Tag schon abgereist, nicht aber ohne Adressen auszutauschen und dem Versprechen, uns mal zu besuchen. Warum auch nicht – Barcelona ist immer eine Reise wert. Maite, what a pleasure to meet you. And thanks for the nice pictures you took of me. See you, big hug!

Als ich von meinem Kurzurlaub zurück war, konnten Serhat und ich auch endlich aus unserer müffelnden Bruchbude ausziehen. Ab sofort wohnen wir direkt überm „Rising Sun“ in frisch renovierten, Bettwanzen-freien Zimmern. Jeder hat jetzt sogar sein eigenes Reich. Unsere Unterkunft davor im Happy Luna Guesthouse war am Schluss fast unerträglich. Dazu gibt es auch ein Video, allerdings kann ich zur Zeit keine Fotos ins Online-Album hochladen, da wir seit knapp 2 Wochen kein Internet auf der Insel haben und ich hier über meine Telefon-Karte reingehe und das zu viel Daten-Volumen fressen würde… Deshalb diesmal auch nur ein Beitrag ohne Fotos;-( Die gibt es dann in Kürze…

Das wars mal wieder von mir – wahrscheinlich das letzte Mal von der Insel.
Ach, doch noch was: Ich komme tatsächlich auf Heimaturlaub über Weihnachten nach Deutschland… Wie kams? Naja, neulich hatte ich doch mal so einen kurzen Anflug von Sehnsucht nach meinen Lieben und habe spontan mal nach Flügen geschaut – und habe tatsächlich einen günstigen gefunden… Nach kurzer Rücksprache mit ihnen, ob sie sich denn überhaupt freuen würden (tun sie natürlich;-)), habe ich dann gebucht: Lande also am 19.12. in Frankfurt und bleibe bis 06.01. in der alten Heimat, bevor es dann in Asien (wo auch immer) weitergeht. Wer weiß, vielleicht sehe ich ja den ein oder anderen von euch – würde mich freuen!!!

Ahoi!
Annette

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